Das richtige Sitz-Training für eine wohltuende Beziehung

sitzender hund

Nicht jedes Sitz-Training ist gleich und nicht jeder Hundetrainer lernt es auf die selbe Weise. Wozu soll sich der Hund eigentlich setzen? Hast du dich schon einemal gefragt, ob es überhaupt natürlich ist, dass sich der Hund setzen muss? Wie du deinem Hund “Sitz” richtig beibringst, so dass es sich auch etwas bringt, erfährst du in diesem Eintrag. Auf jeden Fall wirst du und dein Hund mit diesem Sitz-Training viel von einander lernen, vor allem Geduld und die Schritte zu einer wohltuenden Hund-Mensch-Beziehung.

Warum solltest du Sitz üben?

Das Kommando „Sitz!“ hilft dem Hund sich zu entspannen. Ein Hund, der sitzt oder liegt, ist zu dieser Zeit ein entspannter und ausgeglichener Hund. Das Ziel ist es, mit dieser Übung, den Welpen dazu zu bringen, sich zu setzen, bis wir den Befehl aufgelöst haben. Das fortgeschrittene Kommando wäre „Sitz“ auf Distanz, im Garten, draußen, während dem Spaziergang, siehe: Hundetraining drinnen oder draußen?.

Mit Leine und Halsband üben

Zuerst wird der Hund an der Leine und am Halsband in der Wohnung bewegt. Er soll aufmerksam mit dir gehen. Nimm einige Futterstücke in deine Belohnungshand und die Leine in die andere, die Führhand, siehe: Leine richtig halten. Ganz plötzlich bleibst du stehen und führst das Futter über den Kopf des Hundes, indem du einen Finger nach oben zeigst und das Leckerli sichtbar von seiner Schnauze über die Augen zurückbewegst. Währenddessen musst du die Leine richtig handhaben. Verhindere mit der Leine, dass dein Hund nach hinten geht. Sollte er einfach nur stehen bleiben und über das Futter hinwegsehen, deute leicht an, indem du leicht nach hinten ziehst, dass er sich setzen soll.

Wann sagen wir „Sitz!“?

Erst, wenn der Hund sich fast gesetzt hat, sagen wir „Sitz!“ und geben ihm einige Leckerli. Es ist sehr wichtig, das Kommando die ersten Male wirklich nur in dem Moment auszusprechen, wenn der Hund gerade dabei ist, das Kommando auszuführen, das heißt in diesem Fall, wenn er gerade in der Bewegung des Setzens ist. Siehe: Den Hund richtig loben. Wir wiederholen die Übung auf diese Weise mehrmals.

Hunde sind Bewegungstiere und lernen Kommandos in der Bewegung!

Wenn er das Kommando verstanden hat:

Erst wenn der Hund das Kommando gelernt hat, das bedeutet, wenn er sich sofort setzt, wenn er deine Hand über den Kopf schnellen sieht, fragen wir ihn einmal direkt nach dem Kommando „Sitz“. Zeige mit dem Finger nach oben und sag „Sitz“ ein einziges Mal. Jetzt warte ab, ob er sich hinsetzt. Es kann auch ein paar Sekunden dauern. Du kannst jetzt auch über seinen Kopf hinweg zeigen und mit der Leine arbeiten. Allerdings, wiederhole das Kommando nicht!

Achte beim Training auf deine Körpersprache!

Die Körpersprache der Menschen ist für Hunde oft übertrieben und kann sie einschüchtern.

Wenn dein Hund das Kommando beim ersten Mal nicht ausführt, liegt das daran, dass er es noch nicht verstanden hat. Dann wiederholen wir die Übung wie am Anfang. Sobald er das Kommando verstanden hat, können wir ihn bitten, sitzen zu bleiben, bis wir den Befehl mit „OK“ lösen.

Schwierigkeitsgrad für das Sitz-Training erhöhen

Wir wollen mit dieser Übung eines bewirken: Der Hund soll sich praktisch auf Kommando entspannen. Dazu soll er aber auch sitzen bleiben, wenn wir, zum Beispiel, weiter weg sind, wenn Besuch kommt, wenn wir am Esstisch sitzen, im Restaurant sind, etc.

Sitz-Training, hier draußen und auf Abstand.
Später können wir “Sitz” auch draußen üben und auf Abstand.

Deshalb erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad für das Sitz-Training. Jetzt soll dein Hund lernen, dass er nur belohnt wird, wenn er auch wirklich sitzen bleibt. Natürlich geht das am Anfang am besten mit Futterbelohnung, unter Voraussetung, dass du in seiner Nähe bist. Später, wenn du schon weiter weg gehen kannst, zum Beispiel, in einen anderen Raum, sollst du nur mit der Stimme loben, siehe: Den Hund richtig loben.

Gib ihm wie gewohnt das Kommando “Sitz”, warte bis er sich gesetzt hat, aber gibt ihm nicht sofort die Belohnung. Jetzt kommt es auf deine Geduld an! Geh einen Schritt zurück, ist dein Hund sitzen geblieben gib ihm schnell ein Leckerli. Ist er aufgestanden oder dir nachgegangen, zeige wie am Anfang mit dem Futter zwischen deinen Fingern nach oben oder über seinen Kopf und warte bis er sich setzt. Keine Bange, wenn er mittlerweise das Kommando kennt, wird er sich setzen. Allerdings Vorsicht! Das Kommando wird NICHT verbal wiederholt!

Das Kommando wird nicht verbal wiederholt, wenn dein Hund aufsteht!

Dein Hund hat sich nun wieder gesetzt. Warte einige Sekunden ab und gib ihm das Futter. Jetzt versuche wieder einen Schritt zurück zu gehen. Klappt das dann gib das Futter. Wie du siehst ist es eine Frage der Geduld.

Wie geht es weiter mit dem Sitz-Training?

Was du und dein Hund erreichen sollt: Dein Hund soll sitzen bleiben, wenn du:

  • einen, zwei, mehrere Schritte zurück gehst.
  • dich umdrehst.
  • aus dem Raum gehst.
  • den Kühlschrank aufmachst.
  • seinen Futternapf vorbereitest.
  • es an der Tür klingelt.
  • den Futternapf vor ihn stellst.
  • mit den Haustürschlüsseln klimperst.
  • deine Schuhe anziehst.
  • dir noch viele gemeine Ablenkungen ausdenkst.

Was tun wenn der Hund nicht lernen will?

Bist du dir sicher, dass es dein Hund ist der nicht lernen will oder kann? Achte beim Training vor allem auf die Körpersprache deines Hundes und auf die möglichen Beschwichtigungssignale. Diese können dir Aufschluss darüber geben, ob dein Hund gestresst, überfordert, ängstlich oder gelangweilt ist. Erfahre mehr über diese wichtigen hündischen Körpersignale, hier.

Links und Buch Empfehlungen

5 Schritte zu einer wohltuenden Hund-Mensch-Beziehung. Ein Arbeitsbuch für ein erfolgreiches Hundetraining. Level 1.

Schleck dir über die Nase! … wenn du meine Freundin sein willst. Ein Kinderbuch um die Beschwichtigungssignale der Hunde zu lernen.

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