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Was ist Impulskontrolle beim Hund und ab wann?

Hund frisst ohne Impulskontrolle

Mit Impulskontrolle meint man bei der Hundeerziehung, dass dein Hund einem Reiz, einer Ablenkung widersteht. Das heißt, dass er seinem natürlichen Impuls etwas zu tun, kontrolliert und erstmal abwartet was Du, das Herrchen bzw. Frauchen, sagst.

Warum sollte mein Hund Impulskontrolle lernen?

Impulskontrolle ist ein wichtiger Schritt im Hundetraining und zu einer wohltuenden Hund-Mensch-Beziehung, denn dabei kommt es vor allem auf eines an:

Dein Hund soll dir vertrauen und du sollst deinem Hund vertrauen!

Dieses Vertrauen muss sich natürlich erst aufbauen. Es ganz normal und natürlich, dass ein Hund automatisch seinem Impuls nachgeht und zum Beispiel Essensreste vom Boden aufnimmt. Wieso auch nicht? So ist es für ihn auch ganz klar, dass er sein Zuhause vor Katzen beschützen muss und ihnen nach jagt. Aber bitte nicht verzagen, denn Impulskontrolle kann erlernt werden.

Vergiss dabei nicht deinen eigenen Impuls zu kontrollieren:


Ab wann kann Impulskontrolle beigebracht werden?

Impulskontrolle ist eine der wichtigsten Trainingsaufgaben, die vom ersten Moment an trainiert werden kann und soll. Dazu gibt es einige Übungen, die wir weiter unten vorstellen. Auch kleine Welpen mit 2 Monaten können schon vorsichtig trainiert werden. Umso früher man damit beginnt, desto leichter fällt es dem Hund natürlich. Man muss bei kleinen Welpen nur aufpassen, sie nie zu überfordern und seinen Lernprozess respektieren. Sie können normalerweise nicht länger als 20-30 Minuten aufmerksam sein, deshalb empfehlen wir auf jeden Fall viele Pausen zu machen, in denen er sich entspannen kann. Welpen bis zu 6 Monaten schlafen viel öfters als ausgewachsene Hunde, lernen aber sehr schnell. Nach wenigen Versuchen ist es möglich, dass er die Übung perfekt verstanden hat. Dann kommt es auf deine Ausdauer an, denn Hunde sollen ihr Leben lang lernen und immer wieder an die Übungen im Alltag erinnert werden.

Was ist das Ziel der Übung Impulskontrolle für deinen Hund?

Wenn Hunde Futter auf dem Boden finden, ist ihr erster Impuls, es schnell aufzunehmen. Aber beim Spaziergang ist die Gefahr, dass es sich nicht nur um ekeligen Abfall oder Exkremente handelt, sondern auch die Vergiftungsgefahr durch Giftködern, Rattengift, Zigaretten, Dünger, etc. Deshalb wollen wir ihn dazu bringen, seinen Impuls zu kontrollieren und uns mit einem Blick um Erlaubnis zu bitten, bevor er überhaupt daran denkt etwas aufzunehmen. Natürlich gilt dies auch in den eigenen vier Wänden, denn manchmal kann es auch passieren, dass uns etwas zu Boden fällt, das der Hund nicht bekommen sollte.

hund frisst ohne impulskontrolle
Ziel der Übung ist zu vermeiden, dass dein Hund Essensreste, Gift und dergleichen vom Boden aufnimmt.

Wie trainiere ich Impulskontrolle beim Hund?

Wie gewohnt üben wir alle Übungen immer zu erst Zuhause, in einem gewohnten Umfeld und unter geringsten Ablenkungen. Verstaue somit alle Spielsachen, Hundeknochen, Leckerlis, und alles was deinen Hund ablenken kann. Außerdem brauchst du dabei eine kurze Leine (2m) und ein Halsband.

  1. Diese Übung kannst du im Stehen oder Sitzen trainieren.
  2. Halte die Leine fest und gestrafft und wirf ein Futterstück ca. 1m vor den Hund. Der Hund folgt wahrscheinlich seinem Instinkt und möchte das Futter fangen, oder schnellt sofort hin. Aber die Leine ist ja schon gestrafft, deswegen wird er das Futter nicht erreichen.
  3. Jetzt musst du geduldig warten bis er sich entspannt und die Leine sich lockert. Straffe und lockere dazu die Leine nacheinander. Er soll verstehen, dass er zwar “frei” ist, aber nur, wenn er nicht zum Futter geht. So wird er schnell lernen, dass er es eben nicht aufnehmen darf.
  4. Wenn er sich entspannt hat, sich hinsetzt, sich legt oder dich ansieht, dann geben wir ihm das Kommando »Such«. Zeige mit dem Finger auf das Futter und gehe gemeinsam mit dem Hund zum Futter. Jetzt darf er das Leckerli aufnehmen. Erinnere dich daran, dass Hunde in Bewegung lernen.

Hilfe bei der Übung

Wenn dein Hund sehr stark, groß ist und viel zieht, kannst du ihm zeigen, dass das Futter unter deiner Kontrolle ist, indem du deinen Fuß zwischen Hund und Futter stellst oder mit der Hand abdeckst. Gleich wie vorher musst du deinen Hund mit der Leine halten, bis er sich entspannt. Diese Übung erfordert einen guten Umgang mit der Leine. Wenn der Hund viel Kraft hat, ist es besser, dies zwischen zwei Personen zu tun.

Schwierigkeitsgrad erhöhen

Nach und nach erhöhen wir dann den Schwierigkeitsgrad. Jetzt soll er dich vorher immer ansehen, bevor du ihm mit “Such” die Erlaubnis gibst. Siehe: Wie man dem Hund Aufmerksamkeit beibringt.

Dafür müssen wir nach dem Wegwerfen des Futters nur noch etwas warten. Der Hund wird feststellen, dass er kein Futter bekommt und dann wird er sich sogar hinlegen oder setzen. Manchmal ist es besser, wenn der Hund vorher schon weiß, wie Sitz und Platz geht. Dauert es sehr lange bis dein Hund sich entspannt, kannst du ihn einmal beim Namen nennen und wenn er dich ansieht, gibst du gleich das “Such” – Kommando.

Impulskontrolle – Extrem

Wir erhöhten die Schwierigkeit nun wieder. Wirf das Futter, aber dieses Mal, ruf ihn beim Namen und motiviere ihn direkt mit dir mitzugehen. Geh eine Runde in der Wohnung. Jetzt wird nur mit der Stimme belohnt, denn wir haben uns vom Futter enfernt. Außerdem ist es wertvoll diese Übung mit dem Aus-Training zu kombinieren.

Dein Hund frisst während dem Spaziergang vom Boden?

Wenn dein Hund während des Spaziergangs zu denen gehört, die gerne Futter, o.Ä. vom Boden aufheben, empfehlen wir, von nun an Futter, Leckerlis, etc. immer nur per Hand zu füttern. Das bedeutet, er sollte Impulskontrolle lernen. Bei der richtigen Ausführing gibst du ihm allerdings die Belohnung per Hand und nicht das „Such”-Kommando. Desweiteren empfehlen wir das Grundkommando „Nein“ zur Ergänzung.

Interessante Links und Bücher zum Thema: Dem Hund Impulskontrolle beibringen