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Trainings-Anleitung, damit dein Hund ruhig bleibt und dich nicht anspringt

Was du tun kannst damit dein Hund ruhig bleibt, wenn du nachhause kommst oder Besuch nicht anspringt
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Bestimmt hast du schon einmal den berühmten Satz gehört: Hunde haben kein Zeitgefühl, 5 Minuten sind für sie gleich wie 2 Stunden. Tatsächlich freuen sich Hunde enorm, wenn du nach nur 5 Minuten wieder nach Hause kommst. Anspringen, Abschlecken und Bellen sind da keine Seltenheit, deshalb werden wir dir hier einfache Übungen und Tricks der Impulskontrolle zur Verfügung stellen, wie du deinem Hund beibringen kannst, ruhig zu bleiben. Dein Hund springt Besuch an? Keine Sorge, dieses Verhalten ist angelernt und kann trainiert werden!

Es ist allerseits bekannt, dass Hunde sich am meisten freuen, wenn ihr Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen. Da ist es ganz egal, ob er oder sie nur fünfzehn Minuten weg war, oder mehrere Stunden. Dreht sich der Schlüssel im Schloss, kommt der Hund schon freudig angerannt und springt womöglich schon auf und ab, um die Türklinke zu erreichen. Sehr nervöse Hunde kratzen vor Aufregung dann sogar an der Tür.

Dein Hund springt dich zur Begrüßung an? So bringst du ihm bei ruhig zu bleiben

Zuerst schätze deinen Hund richtig ein und beobachte sein Verhalten. Auf der einen Seite kann man hier schon vortrainieren und das Alleinbleiben üben, damit dein Hund nicht unter Trennungsängste leidet. Wenn dein Hund aber keine Probleme mit dem Alleinbleiben hat, sondern einfach nur wie wild bellt und dich oder andere anspringt, wenn ihr nach Hause kommt, haben wir diese Übungen für dich bereitgestellt:

Tipp 1: Körpersprache bei der Begrüßung

Wie du bestimmt weißt, verwenden Hunde sogenannte Beschwichtigungssignale, um anderen Hunden oder Personen verständlich zu machen, dass sie sich in einer gewissen Situation unwohl fühlen. Diese Körpersignale kannst du dir zu Nutzen machen und anwenden, um deinem Hund zu zeigen, dass du seine Art der Begrüßung zu stürmisch findest und dich „stresst“.

Du kommst also gerade bei der Tür herein und dein Hund schnellt zu dir und springt dich an. Ein sehr starkes Beschwichtigungssignal ist sich umzudrehen, abzuwenden, oder ruhig stehenzubleiben. Ältere Hunde oder Mutterhunde verwenden es, um Welpen beizubringen, dass sie jetzt im Moment nicht spielen wollen. Man könnte sagen, es ist so eine Art „ignorieren“. Wichtig ist hier, dass du deinen Hund weder berührst, noch mit ihm sprichst.

Hat das Signal funktioniert und dein Hund bleibt auch stehen und sieht dich nur verdutzt an, kannst du ihn ruhig begrüßen. Jetzt achte darauf, dass dein Hund nicht wieder überfreudig wird. Streichle ihn kurz am Kopf oder an der Hüfte, oder begrüße ihn und bewege dich dann, in dem du ins Wohnzimmer gehst, dich aufs Sofa setzt, etc.

Tipp 2: Anspringen sofort vermeiden

Funktioniert Abwenden nicht oder nicht sofort, gibt es noch weitere Optionen, die du auch in Kombination verwenden kannst. Hast du dich schon einmal gefragt, warum dein Hund überhaupt springt? Es ist möglich, dass dein Hund wie wild an deinem Bein hochspringt, bzw. dich vielleicht umhaut, weil er versucht an dein Gesicht heranzukommen. Er will nämlich das Eine: „Deine Lefzen schlecken“. Hunde, die sich kennen und mögen, schlecken sich gerne zur Begrüßung über die Lefzen, welches wiederum ein Beschwichtigungssignal ist.

Daher ist eine gute Lösung das Springen sofort zu vermeiden, in dem man sich auf den Boden setzt oder sich hinhockt. Somit bist du deinem Hund sofort auf Augenhöhe, verhinderst das lästige oder gefährliche springen und kannst deinen Hund, zum Beispiel, am Halsband festhalten, damit er dich nicht ableckt. Gleichzeitig streichelst du ihn und lobst gutes Verhalten, in dem Fall, dass er nicht springt und nicht schleckt. Seine Aktivität wird so umgeleitet.

Tipp 3: Deinen Hund ablenken und ruhig bleiben

Eine weitere Möglichkeit ist deinem Hund, beim Eintreten, ein Kommando zu geben. Zum Beispiel, kannst du ihn „Sitz“, „Steh“, oder „Bleib“ bitten. Bei nervösen Hunden ist Sitz mit Sicherheit leichter als Platz. Führt er das Kommando aus, bekommt er als Belohnung die ersehnte Begrüßung. Dazu ist es wieder vorteilhaft in die Hocke zu gehen, um Springen zu vermeiden, ihn dann kurz zu streicheln und dann weiterzugehen. Sollte der Hund dann trotzdem springen oder unruhig sein, empfehlen wir dir ihn zu ignorieren. 

Egal ob bei Tipp 1, 2, oder 3, empfehlen wir dir so wenig wie möglich mit deinem Hund zu sprechen und vor allem nicht zu schimpfen. Bestimmt weißt du schon, dass Schimpfen ein schlechtes Verhalten sogar bestärkt. Das ist auch der Grund, wieso man nicht schimpfen soll, wenn der Hund bellt. Nur so kann man dem Hund das Bellen abgewöhnen.

Dein Hund springt Besuch an? So bringst du ihm bei, ruhig zu bleiben

Der Besuch steht kurz vor der Tür und du weißt, dass dein Hund bestimmt zu bellen beginnt, wenn es läutet. Ob für den Hund fremde Personen oder Freunde, sollten im Voraus vorgewarnt und ihnen erklärt werden, wie sie sich verhalten sollten. Am besten erklärst du ihnen, dass sich dein Hund bei ihrer Ankunft erst einmal entspannen muss, bevor er sie begrüßen darf. Das Gleiche gilt auch für den Besuch, der kurz warten soll, bevor er den Hund streichelt. 

Ruhig bleiben üben, wenn es an der Tür klingelt

Übe am besten gezielt, wie du mit dem Hund umgehst, wenn Besuch kommt:

Schritt 1: Vorbereitung auf den Besuch

Lege deinem Hund Halsband und kurze Leine an. Bringe Bewegung ins Spiel, da Hunde in Bewegung Kommandos lernen. Daher bewege dich mit deinem Hund schon vorab in der Wohnung, hab Leckerchen in der Hosentasche und bereite dich auf den Besuch vor. Erkläre deinen Freunden, dass du nicht sofort die Tür aufmachst, sodass sie nicht mehrmals läuten, sondern geduldig warten sollen.

Schritt 2: Bleib ruhig, wenn es klingelt

Bleib ruhig, wenn es an der Tür klingelt. Dein Hund will jetzt bestimmt zur Tür schnellen, zieht an der Leine und bellt möglicherweise. Sage nichts, schimpfe nicht und bleib ruhig. Die Leine spannt sich. Warte geduldig, bis er sich entspannt. Dazu lockere die Leine immer wieder. Eine weitere Möglichkeit ist, deinen Hund zu bewegen. Läutet es und dein Hund bellt, ist es sehr vorteilhaft ihn zu bewegen. Somit wird sein negatives Verhalten umgeleitet. Geht er mit dir mit, lobe ihn richtig.

Schritt 3: Öffne die Tür ruhig und schweigend

Sobald sich dein Hund entspannt hat, sich setzt, dich ansieht oder mit dir aufmerksam mitgeht, gehe schweigend mit ihm zur Tür. Er soll dich dabei nicht überholen. Öffne die Tür und lass den Besuch eintreten.

Ist dein Hund sehr nervös, weil er den Besuch begrüßen möchte, mach zuerst einen kurzen Spaziergang in der Wohnung oder im Wohnzimmer. Dabei kann der Besucher seine Jacke ausziehen und sich setzen. Dann nähern wir uns ihm langsam. Wir sagen unserem Besucher, dass er ins Wohnzimmer gehen und warten oder setzten soll. 

Schritt 4: Führe Besuch und Hund langsam zusammen

Warte wieder bis sich dein Hund entspannt, danach gib ihm das Auslösekommando „Okay“ und gehe gemeinsam mit ihm zu deinem Besucher. Dieser soll in die Hocke gehen, um ihn kurz zu streicheln. Verhindere mit der Leine, dass dein Hund zu stürmisch wird oder deinen Besucher anspringt. Hundesport Nubi erklärt, wieso ein Auflösesignal, wie „Okay“, besser ist als das Kommando „Bleib“.

Übungen zur Impulskontrolle