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Den Hund richtig loben

Grundkommandos
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Den Hund richtig loben… Wie lobt man einen Hund eigentlich richtig? Mit richtig ist nicht nur gemeint, deinen Hund im korrekten Moment zu loben, sondern den Hund auch so zu bestätigen, dass er das Kommando wirklich lernt und es versteht. Oft passiert es nämlich beim Hundetraining, dass wir viel zu viel loben oder auch gar nicht belohnen. Außerdem vergessen wir, dass Hunde vor allem in Bewegung lernen und deshalb auch in dem Moment gelobt werden muss, wenn der Hund eine Bewegung ausführt.

Lerne die vier Arten einen Hund richtig zu loben

Wir können unserem Hund Aufmerksamkeit schenken, ihm für sein gutes Benehmen loben oder anders gesagt ihn auf vier verschiedene Arten belohnen. Alle diese 4 Arten des Bestätigens sind sehr mächtige Werkzeuge, daher wird zum Loben am besten immer nur eines davon ausgewählt.

  1. Mit der Stimme über ein Lautwort, wie „Fein“ oder „Brav“.
  2. Liebkosung, Streicheln oder einfach gesagt, eine Berührung.
  3. Durch einen Blick und Aufmerksamkeit.
  4. Belohnung mit Futter, Leckerlis oder einer sogenannten Beute. Das kann auch ein Spielzeug oder Dummy sein.

Wieso ist es besser, genau auf deine Körpersprache zu achten und souverän mit deinem Hund beim Loben umzugehen? Oft behandeln wir unseren Hund wie einen Menschen, ein Kind oder Baby. Wir sprechen mit ihnen, wir berühren sie und wir umarmen sie. Während des Trainings ist es aber sehr wichtig, dass wir stark bleiben. Belohnst du deinen Hund mit Futter und gleichzeitig streichelst du ihn und redest mit ihm, kann es passieren, dass er aufgeregt und nervös wird. Aber das ist bestimmt genau das Gegenteil, von dem, was du erreichen willst. Denn in der Regel zielt das Hundetraining darauf ab, einen Hund zu beruhigen.

Es gibt eine ganz einfache Regel: Ist der Hund auf Distanz, d.h. weiter weg oder frei, lobe mit der Stimme. Ist der Hund in der Nähe, dann bestätige ihn bei gutem Verhalten, musst du aber nicht, mit Futter bzw. Leckerlis.

Wieso darf ich nicht reden UND Futter geben?

Wie angedeutet ist REDEN UND FUTTER einfach zu viel Bestätigung auf einmal. Vor allem bei nervösen oder hyperaktiven Hunden, gilt es souverän zu bleiben. Dein Hund soll wahrscheinlich beim Hundetraining lernen ruhig zu bleiben, seinen Impuls zu kontrollieren oder Ängste zu verlieren. Deshalb sind wir als Hundehalter dafür zuständig, „cool“ zu bleiben und Sicherheit zu schenken. Damit dein Hund lernt auch ohne Futter Kommandos und Befehle auszuführen, muss er auch lernen, dass es nicht immer Leckerlis gibt, sondern auch andere Bestätigungsformen, wie ein bodenständiges „Fein“, anzunehmen.

Faustregel: In der Nähe gibt es Futter, in der Ferne ein „sehr gut“.

Als Beispiel dient das Sitz-Training: Zu Beginn trainieren wir natürlich mit Futter und in der Nähe. Das bedeutet, als erste und leichteste Stufe, befindet sich dein Hund gleich neben oder vor dir. Während der Übung, musst du zuerst viel Futter geben, aber es nach und nach reduzieren und die Wartezeiten steigern.

Das Training kann dann auf die Distanz, auf die Ferne übergeben, wenn dein Hund schon „Sitz“ kann und auch sitzen bleibt, wenn du einige Schritte oder sogar aus dem Zimmer gehst. Bist du also einige Meter von deinem Hund entfernt, ist es nicht mehr vorteilhaft, mit Futter zu trainieren, da du oder dein Hund euch bewegen müsstet. Aber „Sitz“ heißt sitzen bleiben und sich nicht bewegen, bis du das Kommando mit einem Auflössignal auflöst. Jetzt gibt es als Belohnung nur noch die Stimme. Achte dabei auf den richtigen Tonfall, der souverän, aber freundlich klingen sollte. Ist dein Lob zu motivierend, zu freudig, hoch und lang, kann es passieren, dass sich dein Hund sehr freut und das Kommando abbricht.

Bleib souverän!

Eine der vier Arten der Bestätigung ist die Berührung. Sie ist die „gefährlichste“ Art zu loben. Mit gefährlich ist gemeint, dass sie den Hund am meisten verwirren kann, dass der Besitzer diese Bestätigung in einem falschen Moment macht und das Training erfolglos bleibt. Auch, wenn sie nur ganz kurz erfolgt, ist eine Berührung für den Hund eine Bestätigung in seinem Verhalten.

Hat dein Hund, zum Beispiel, Angst, bellt, winselt oder verhält sich sonst unangemessen und wird dann gestreichelt oder berührt, versteht er eine Bestätigung in seinem Verhalten. Während dem Training achten wir daher besser darauf den Hund nicht zu berühren, denn für das Loben gibt es eben das Futter oder die Stimme. Eine Kombination aus Berührung und Stimme oder sogar aus Berührung, Stimme und Futter ist eine Überlastung an Bestätigung. Das wäre so als würde man sein ganzes Schießpulver verschwenden. Beim Training fangen wir also klein an.

Hunde sind sehr sensible Tiere, sie sind sehr aufmerksam und merken, wenn sie beobachtet oder angesehen werden. Oft bellen Hunde, um die Aufmerksamkeit ihrer Besitzer zu bekommen und wollen eigentlich nur eines, dass Mensch ihn ansieht. Dadurch wird der Hund allerdings sofort in seinem Verhalten, ob gut oder schlecht, bestätigt.

Vielleicht hast du schon einmal beobachtet, dass dein Hund in gewissen Situationen bewusst wegsieht, er mit den Augen rollt, sie halb schließt oder dich anstarrt. Sie verwenden sogenannte Beschwichtigungssignale. Eines dieser „Calming Signals“ ist der Blick: die Augen. Wenn ein Hund wegsieht, nach unten sieht, oder die Augenlider senkt, ist das ein klares Zeichen dafür, dass er eine für ihn stressige Situation beruhigen will. Vielleicht will er sogar seinen Besitzer beruhigen.

Zusammenfassend heißt das, dass der Blick ein enorm wichtiges Werkzeug beim Hundetraining darstellt, bewusst angewendet werden muss und man zu verstehen lernen sollte.

Während dem Training ist es günstig, den Hund mit viel Futter zu belohnen und es dann nach und nach zu reduzieren. Denn unser Vierbeiner soll die Kommandos oder ein bestimmtes Verhalten auch ohne Leckerlis ausführen. Bei den ersten Versuchen kannst du deinem Hund also auch gleich mehrere Leckerlis oder Futterstücke geben. Und dann reduzieren wir es nach und nach, bis er gar keine mehr, oder nur hin und wieder welche bekommt. Zum Ausgleich musst du statt Futter mit der Stimme loben.

Richtiges loben mit Futter in der Nähe

Studie: Der richtige Tonfall und das richtige Wort fürs Loben

Eine in Science veröffentlichte Studie der Eötvös Loránd Universität in Budapest beweist, dass Hunde nicht nur auf den positiven Tonfall reagieren, sondern auf das positive Wort mit positiver Intonation. Das bedeutet, dass wir ein Lobwort wie „fein“ zuerst positiv aufwerten müssen. Das geht mit einer motivierenden Körpersprache und fröhlichem Gesichtsausdruck, mit einem Clicker oder Futtergabe.

So testeten die Forscher das Sprachverständnis der Hunde © Family Dog Project

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