Den Hund richtig loben

Den Hund richtig loben… Wie lobt man einen Hund eigentlich richtig? Mit richtig ist gemeint, dass er das Kommando auch wirklich lernt und es versteht. Oft passiert es nämlich beim Hundetraining dass wir viel zu viel loben oder auch gar nicht belohnen.

Die vier Arten einen Hund richtig zu loben

Wir können unserem Hund Aufmerksamkeit schenken, ihm für sein gutes Benehmen loben oder anders gesagt ihn auf vier verschiedene Arten belohnen:

mit der Stimme, einem Blick, Liebkosung oder mit Futter bzw. Leckerlis

Wieso es so wichtig ist den Hund richtig zu loben

Alle diese 4 Arten des Bestätigens: Stimme, Blick, Berührung oder Futter, sind sehr mächtige Werkzeuge, daher wird zum Loben am besten immer nur eines davon ausgewählt.

Warum wird der Hund nicht mit Futter UND Stimme gelobt? Richtiges loben will gelernt sein.

Es gibt eine ganz einfache Regel zu beachten: Wenn der Hund auf Distanz ist, also wenn er weiter weg ist und frei läuft, wird mit der Stimme gelobt. Wenn der Hund in der Nähe ist, dann wird (muss aber nicht) mit Futter bzw. Leckerlis bestätigt.

Als Beispiel dient das Sitz-Training: Zu Beginn trainieren wir natürlich mit Futter und in der Nähe. Das bedeutet, als erste und leichteste Stufe, gleich neben oder vor dir. Wenn dein Hund schon “Sitz” kann und auch sitzen bleibt, wenn du einige Schritte oder sogar aus dem Zimmer gehst, dann kann das Training auf die Distanz, also aus der Ferne, übergehen. Wenn du also einige Meter weit entfernt von deinem Hund bist, ist es nicht mehr vorteilhaft mit Futter zu trainineren, da du oder der Hund sich dann bewegen musst. Denn “sitz”heißt eben sitzen bleiben und sich nicht bewegen.

Warum soll der Hund während dem Training nicht gestreichelt werden?

Eine der vier Arten der Bestätigung ist die Berührung. Sie ist die “gefährlichste” Art zu loben. Mit gefährlich ist gemeint, dass sie den Hund am meisten verwirren kann, dass der Besitzer diese Bestätigung in einem falschen Moment macht und das Training erfolglos bleibt. Auch wenn sie nur ganz kurz erfolgt, ist eine Berührung für den Hund eine Bestätigung in seinem Verhalten. Wenn er zum Beispiel Angst hat, bellt, winselt oder sich sonst unangemessen verhält und dann vom Besitzer gestreichelt oder berührt wird, versteht er eine sofortige Bestätigung. Während dem Training achten wird daher besser darauf den Hund nicht zu berühren, denn für das Loben gibt es eben das Futter oder die Stimme. Eine Kombination aus Berührung und Stimme oder sogar aus Berührung, Stimme und Futter ist eine Überlastung an Bestätigung. Das wäre so als würde man sein ganzes Schießpulver verschwenden. Beim Training fangen wir also klein an.

Ein Blick genügt für den Hund zum Bestätigen

Hunde sind sehr sensible Tiere, sie sind sehr observativ und merken wenn sie beobachtet oder angesehen werden. Oft bellen Hunde um die Aufmerksamkeit ihrer Besitzer zu bekommen und wollen eigentlich nur eines, dass Mensch ihn ansieht. Dadurch wird der Hund allerdings sofort in seinem Verhalten, ob gut oder schlecht, bestätigt. Vielleicht hast du schon einmal beobachtet, dass dein Hund in gewissen Situationen bewusst wegsieht, er mit den Augen rollt, sie halb schließt oder dich anstarrt. Sie verwenden sogenannte Beschwichtigungssignale. Eines dieser “calming signals” ist der Blick: die Augen. Wenn ein Hund wegsieht, nach unten sieht oder die Augenlider senkt ist das ein klares Zeichen dafür, dass er eine für ihn stressige Situation beruhigen will oder vielleicht sogar dass er seinen Besitzer beruhigen will. Zusammenfassend heißt das, dass der Blick ein enrom wichtiges Werkzeug im Hundetraining darstellt und bewusst angewendet werden muss und man zu verstehen lernen sollte.

Richtiges loben mit Futter mit Hund in der Nähe.
Richtiges loben mit Futter in der Nähe

Futter als Belohnung: Wann verwendet man Futter für richtiges Loben?

Während des Trainings ist es günstig, den Hund mit viel Futter zu belohnen und dann nach und nach zu reduzieren, denn unser Vierbeiner soll die Kommandos oder ein bestimmtes Verhalten auch ohne Leckerlis ausführen. Bei den ersten Versuchen kannst du deinem Hund also auch gleich mehrere Leckerlis oder Futterstücke geben. Und dann wird nach und nach reduziert bis er gar keine mehr bekommt und du nur noch mit der Stimme lobst.

Die Stimme zum richtigen Loben

Es ist wichtig auf den richtigen Tonfall der Stimme zu achten, aber noch viel wichtiger ist es den richtigen Moment des Lobens zu erwischen. Mit „fein“, „gut“, „brav“, wird am Anfang dann gelobt, wenn der Vierbeiner das Kommando ausübt und wenn der Besitzer auf Distanz ist, d.h. aus der Ferne. Hier wird kein Leckerli mehr gebraucht.

Da wir unsere Hunde sehr lieben, behandeln wir sie meist wie Menschen, Kinder oder Babys. Wir sprechen mit ihnen, wir berühren sie und wir umarmen sie. Während des Trainings ist es aber sehr wichtig, dass wir stark bleiben und nur eine der 4 Arten wählen. Wenn wir ihn mit Futter belohnen und gleichzeitig zu viel anfassen und reden, kann es passieren, dass er aufgeregt und nervös wird. Aber das ist genau das Gegenteil von dem was wir erreichen wollen. Denn in der Regel zielt das Hundetraining darauf ab einen Hund zu beruhigen.

Als Faustregel gilt: In der Nähe geben wir Futter, in der Ferne ein „sehr gut“.

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