Warum Hunde es lieben am Bauch gekrault zu werden

Hunde lieben es am Bauch gekrault zu werden, stimmt’s? Wir schmelzen doch jedes mal dahin, wenn unsere Hund  seinen warmen rosaroten Bauch vor uns entblößt. Ohne nachzudenken, strecken wir die Hand aus um sein Bäuchlein zu kraulen. Es ist ein Moment des Vertrauens zwischen uns und unserem Liebling. Doch, warum lassen sich Hunde so gern am Bauch streicheln? Wir gehen dem Thema mit Tierexperte.info auf die Spur.

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Was bedeutet es, wenn der Hund seinen Bauch zeigt?

Ganz bestimmt hast du mehrmals beobachtet, wie dein Hund sich seitlich zu Boden fallen ließ und plötzlich seinen nackten Bauch entblößt hat. Manchmal schmiegt er sich auf dem Sofa an uns und streckt alle Viere in die Höhe, damit du einen besseren Zugriff auf seinen Bauch hast und somit ist die Sache klar: Er will am Bauch gekrault werden. Aber was bedeutet es, wenn ein unbekannter Hund diese Geste macht? Ist es immer eine Einlandung zum Streicheln?

Ein Hund kann sich aus verschiedenen Gründen auf den Rücken legen und seinen Bauch entblößen. Dies tut er aus psychologischen und instinktiven Motiven. Den Bauch so zu entblößen ist ein klares Zeichen für Unterwerfung und Vertrauen. Ob er es tut aus Vergnügen oder aus Angst, dies ist die verletzlichste Haltung, die der Hund einnehmen kann.

Den Bauch wegen Unsicherheit herzeigen

Wenn du draußen auf der Straße einen unbekannten Hund triffst, der sich plötzlich seitlich auf den Rücken legt, ist es ratsam, sich langsam zu entfernen. Er ist unsicher und fühlt deine Präsenz oder die deines Hundes als Bedrohung. Dieser Hund will ganz sicher nicht am Bauch gekrault werden. In dieser Situation kannst du wahrscheinlich auch andere Beschwichtigungssignale feststellen, wie zum Beispiel:

  • den Schwanz einziehen
  • den Kopf wegdrehen
  • sich über die Schnauze lecken
  • gähnen
  • erstarren
Hund liegt auf dem Rücken und zeigt Bauch.

Sollte dein Hund in einer neuen Situationen oder bei für ihn fremden Menschen den Bauch entblößen und sich hinlegen, ist er nervös und unsicher. Dann ist es am besten, wenn wir den Fremden erklären, dass dies keine Aufforderung zum Kraulen ist. Der Hund sollte in diesem Moment nicht gestreichelt werden, sonder in Ruhe gelassen werden bis er sich an die Situation und die Menschen gewöhnt hat.  Erst wenn er von selbst auf die neue Umgebung eingeht und auf die Menschen mit hochgestellten Ohren und Schwanz nähert, kann gestreichelt werden.

Den Bauch wegen Vergnügen herzeigen

Allerdings, ist natürlich klar, dass Hunde es lieben am Bauch gekrault zu werden. Dieser innige und liebevolle Moment zwischen Herrchen und Hund ist ein Akt des Vertrauens, der Ruhe und Sicherheit gibt. Wenn deine Fellnase die Viere von sich streckt fühlt sie sich sicher und geborgen, ein Gefühl, das sie an ihre Kindheit erinnert, als sie noch mit ihren Geschwistern das Bettchen teilten.

Hunde lieben es am Bauch gekrault zu werden.
Welpen lieben es sanft am Bauch gestreichelt zu werden.

Wie man Hunde richtig den Bauch krault

Zuallererst solltest du herausfinden ob der Hund tatsächlich möchte, dass du seinen Bauch kraulst oder ob er sich unterwirft. Wenn es sich um einen fremden Hund handelt oder ihr euch in einer ungewohnten Situation befindet, ist es empfehlenswert abzuwarten, bis sich der Hund etwas entspannt hat. Warte bis er auf dich zu kommt und lass ihn zuerst Vertrauen aufbauen.

Hunde lieben es sanft am Bauch gekrault zu werden

Sowohl am Bauch als auch auf dem restlichen Hundekörper, streichelt man das Tier immer mit Liebe und Respekt. Damit der Hund sich wohl fühlt und es auch genießt beginne am besten mit weniger sensible Zonen, wie die Hüfte.

Viele haben sich daran gewöhnt ihren Hund liebevolle Klapse zu geben, jedoch ist das nicht unbedingt etwas das dem Tier gefällt. Es handelt sich dabei um eine bedrohliche Geste, die deinen Hund erschrecken und dieser dementsprechend reagieren könnte. Jeder Vierbeiner ist unterschiedlich und nicht jeder mag es an der selben Stelle gestreichelt zu werden. Manche Hunde mögen es nicht am Bauch gekrault zu werden, andere am Kopf oder können es nicht leiden, wenn man ihren Schwanz anfasst. Hunde sind sensibel, und wie alle anderen Tiere, verdienen sie es mit Respekt behandelt zu werden. Vergiss daher nie, seine Bedürfnisse und Vorlieben zu respektieren. In jedem Fall, ist die beste Methode einen Hund zu streicheln, sich auf seine Höhe zu begeben. Geh dazu in Hocke und solltest du eine Zurückweisung des Hundes bemerken, lass ihn lieber in Frieden.

Was fühlt dein Hund wenn du ihn streichelst?

Hunde interpretieren Berührungen nicht immer als “Liebesdemonstrationen”. In ihrer Welt hängt es stark davon ab, wo und in welcher Situation du sie berührst. Das kommt von ihren Vorfahren den Wölfen, die über ihre Körpersprache und Körperkontakt klarstellen, wer das sagen hat. Dazu legen sie die Vorderpfote auf den Körper des anderen um zu zeigen wer der Alpha ist. Abhängig von der Körperstelle bedeutet es das eine oder andere:

Am Kopf

Diese Zone ist sehr sensibel, deshalb ist es nicht empfehlenswert fremde Hunde am Kopf zu streicheln. Er könnte diese Geste als Bedrohung interpretieren, da sie sehr autoritär ist. Wenn du deinen Hund am Kopf streichelst oder berührst versteht er damit, dass du mit seiner Leistung und seinem Verhalten zufrieden bist.

Die Hüfte

Befreundete Hunde legen während dem Spielen ihre Pfote oft auf die Hüfte des anderen. Damit zeigen sie höflich, dass sie während dem Spielen dominant sein wollen. Wenn du deinen Hund daher an dieser Stelle des Körpers streichelst bedeutet das für ihn “wir sind Freunde”.

An der Seite/Rippen

Wenn sich Hunde untereinander wohl fühlen reiben sie sich manchmal an der Seite. Das ist für sie wie ein freundliches Händeschütteln.

Am Hals

Mit dem Halskraulen hast du den Hund für dich gewonnen, den dies ist der größte Vertrauens- und Liebesbeweis für ihn. Er fühlt sich sicher und geborgen, da er sich unterbewusst an seine Mutter und Welpengeschwister erinnert. Wenn er dabei noch den Hals streckt und bewegt, damit du ihn besser streicheln kannst, hast du sein maximales Wohlbefinden erreicht.