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Stare – Der Star unter den Vögeln: Sturnus vulgaris 

Stare sind eigentlich nicht nur schwarz, sondern schimmern grün und violett. Warum der Star als Plage angesehen wird und wo du ein Star-Notizheft bekommst.
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Stare sind ungemein anpassungsfähig, intelligent und wird leider oft als Plage angesehen. Aber ist dir aufgefallen, wie wunderschön er ist? Da sie eigentlich recht schreckhaft sind, können Stare nur aus der Entfernung betrachtet werden. Viele erkennen sie nur aufgrund ihres Flügelschlages. Da glaubt man fast Stare sind einfach nur schwarz, doch das ist gar nicht wahr. Der Gemeine Star oder Sturnus vulgaris glänzt in einem wunderschön schwarz schimmernden Gefieder, metallisch grün und purpur.

Was ist so besonders am Star?

Das tolle an Staren ist ganz klar: Sein Verhalten und die Bildung riesiger Starenschwärme, was ein einzigartiges Naturschauspiel darstellt. Hundert tausende und bis zu einer Million dieses Vogels, sammeln sich schon im Frühsommer. Diese sind Jungvögel und Stare ohne Pärchen. Über den Sommer gesellen sich dann immer mehr dazu und formen gigantische Schwärme, die dann im Herbst in synchronisierter Navigation in Richtung Süden ziehen.

Wie funktioniert der Starenschwarm?

Die Bildung eines Schwarms hat nicht nur für uns naturschauspielhafte Bedeutung, sondern schützt Stare vor Angreifern aus der Luft. Das faszninierende ist seine Synchronisation. Dafür orientiert sich der Star immer an bis zu sieben Vögeln in seiner Nähe. Er versucht bei diesen Vögeln im Flug immer die gleiche Position zu halten. So entstehen wellenartigen Bewegungen im Einklang. Es sieht fast so aus als wären sie Eins. Interessant ist, dass es anscheinend keinen Anführer im Schwarm gibt, sondern jedes Mitglied ein Flugmanöver einleiten kann. Laut NABU-Vogelexperte Dr. Stefan Bosch kann also jeder Star die Flugposition wechseln und eine neue Welle des Schwarms auslösen. [baden-wuerttemberg.nabu, 19.10.22]

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Nachbar zu Nachbar läuft in rund 15 Millisekunden und ist damit dreimal so schnell, wie wenn jeder Vogel individuell auf eine Flugänderung seines Nachbarn reagieren würde.

Nabu

So ist es für Fressfeinde fast unmöglich, einen einzelnen Vogel in einem Schwarm zu lokalisieren und zu jagen.

Sind Stare eine Plage?

Anpassungsfähigkeit ist das Hauptmerkmal von Staren. Der Star ist ein in Eurasien beheimateter Vogel, der einen Großteil der Welt kolonisiert hat. Stare sind nicht nur Allesfresser und Schwarmflieger, sie sind auch geschickt darin, die meisten Abschreckungssysteme zu überlisten.

Bewusste Einführung der Stare in andere Länder

Da sich der Star von Insekten ernährt, die in der Agrikultur ja als Schädlinge gelten ;), gilt er in Nordeurasien als nützlicher Vogel. Deshalb wurde er bewusst in andere Länder eingeführt. 25 Millionen Brutkästen wurden für ihn in der alten Sowjetunion gebaut. In Neuseeland haben sich Stare bei der Bekämpfung der Graslarve Costelytra zelandica bewährt. Die Einführung und Konservation des Gemeinen Stars in Australien wurde desweiteren durch die Bereitstellung von Nistkästen gefördert. Sogar in den Vereinigten Staaten, wo Stare heute als Schädlinge behandelt werden, erkennt das Landwirtschaftsministerium, USDA, an, dass Stare eine große Anzahl von Insekten verzehren.

Allerdings haben eingeführte oder eingeschleppte Stare einheimische Arten in diesen Ländern, aufgrund der Kompetition auf dessen Nistplätze, beeinflusst oder verdrängt. Als solche stehen Stare deshalb auf der Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) der 100 schädlichsten und invasiven Arten der Welt.

Warum werden Stare als Schädlinge angesehen?

Stare bilden große Schwärme, mit zum Beispiel 80.000 Individuen, und fressen große Mengen an Insekten und anderen wirbellosen Tieren, was sie für die landwirtschaftliche Schädlingsbekämpfung nützlich macht. Leider kann er dadurch auch als Schädling angesehen werden, denn er vernichtet Obstkulturen oder gräbt landwirtschaftliche Triebe aus. Eine große Anzahl an Stare ist auch für Stadtbewohner oft unangenehm, wie der Lärm, Kot und kaputte Stromleitungen.

Wie heißt der schwarze Vogel mit gelben Schnabel?

Oft wird der gemeine Star (sturnus vulgaris) mit dem Amselmännchen verwechselt, weil er aus der Weite einfach nur schwarz aussieht. Jedoch gibt es auch aus der Ferne, Merkmale, die du zur Erkennung beachten kannst. Der gemeine Star ist eigentlich nicht voll-schwarz, sondern hat ein glänzendes schwarzes Gefieder mit violett grünen Highlihgts.

Der Star ist im Schlichtkleid schwarz und schimmert metallisch grün und violett. Die Federn haben weiße oder beige Spitzen, wodurch er gepunktet aussieht. Sein Schnabel ist jetzt eher schwarz. Im Prachtkleid werden die Farben noch intensiver und er glänzt noch stärker. Sein Schnabel ist jetzt gelb.

So kannst du den Star von der Amsel unterscheiden:

  • Stare sind mit 20cm Größe kleiner als Amseln.
  • Das Amsel-Männchen ist komplett schwarz und hat längere Schwanzfedern.
  • Stare haben meist eine aufrechte Körperhaltung, die Amsel hingegen eine gebückte. Außerdem trifft man die Amsel meist hüpfend auf.
  • Amseln haben einen dickeren Schnabel. Das Amsel-Weibchen ist braun und nicht mit dem Star verwechselbar.

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Einsichten

Koordination im Vogelschwarm: Badenwürthenburg Nabu. Gesehen: 19. Oktober 2022