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Ist das Gassi gehen langweilig geworden?

Du kannst ein aufregendes Gassi gehen mit Futtersuchen, Fährtensuchen und Denkspiele für deinen Hund aufregender gestalten. Das Futter einfach in hohes Gras werfen. Tierexperte.info
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Wenn du dich auch fragst, wie du deinen Hund beim Gassi gehen beschäftigen kannst oder Ideen brauchst, um deinen Hund beim Spaziergang zu motivieren, bist du hier genau richtig. Mit unseren 9 Tipps für einen interessanten und abwechslungsreichen Hundespaziergang wird deinem Hund nie mehr langweilig sein.

Wie lange sollte man mit dem Hund spazieren oder Gassi gehen?

Es kommt nicht darauf an wie lange du mit deinem Hund Gassi gehst, sondern auf die Qualität des Spaziergangs. Fünfzehn Minuten intensiver und berauschender Hundespaziergang sind wertvoller als eine Stunde ödes Beifuß gehen neben Straßenlärm, ohne mentale Auslastung oder Schnupper-Vergnügen. Der Weg ist das Ziel! Deshalb ist beim Spazierengehen mit dem Hund essenziell, die Sinne des Hundes zu aktivieren und das Gassigehen auf das nächste Level zu erhöhen. Schon zehn Minuten Schnüffeln beim Spaziergang, Suchspiele, Denksport und Nasenarbeit lasten deinen Hund mehr aus als reines Nebenherlaufen und garantiert einen ruhigeren Hund zu Hause.

1. Nasenarbeit oder Futtersuche für ein lebendiges Gassi gehen

Unsere Hunde wollen beim Gassi gehen nicht nur ihr Geschäft verrichten, sondern auch ihr Umfeld erkunden und interessante Gerüche aufspüren. Mit dem Schnüffeln erfahren sie, wer da war, was sich im Territorium abspielt und kommunizieren so mit anderen Artgenossen. Aber auch andere Gerüche sind wertvoll für sie, wie die, die Auskunft über Futter oder Beute geben. Deswegen sind Nasenspiele während dem Spaziergang klasse und bringen eine Menge Vergnügen für unseren Hund. Vor allem, wenn dein Hund plötzlich keine Lust mehr hat zum Spazierengehen, solltest du dir überlegen den Hundespaziergang aufregender zu gestalten.

Wichtig ist bei der gezielten Futterjagd, dass du deinem Hund immer ein Suchsignal gibst, bevor er darauf los sucht, damit er nicht irrtümlich lernt auch anderes vom Boden aufzunehmen.

Verstecke Hundefutter

Verstecke während dem Spaziergang Futterstücke in Mauern, Ritzen oder Baumrinden, danach gib ihm das Suchkommando. Jetzt kann er das Futter als Belohnung fressen, wenn er es erschnüffelt hat. Wenn dein Hund noch keine Übung hat, lass das Futter etwas sichtbar und deute mit dem Finger darauf, während du „Such“ sagst. Essenziell ist beim Futterspiel, dass dein Hund das Interesse nicht verliert, weil er frustriert oder das Spiel nicht versteht.

Werfe Hundefutter zum Suchen

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du mehrere Futterstücke in hohes Gras oder in die Wiese wirfst. Gib ihm wieder das Suchsignal. Für das Training der Impulskontrolle kannst du deinem Hund auch vorher noch „Sitz“ machen lassen. Danach wird das Kommando mit „Such“ aufgelöst und er darf suchen. Mit dieser Nasenarbeit wird dein Hund mental ausgelastet. Du kannst dies sowie im Park, im Wald, als auch im Garten üben.

Als nächste Idee bieten wir dir das Futter in einem Blätterhaufen zu verstecken. Das ist sicher ein Spaß, nicht nur für deinen Hund, sondern auch eine vergnügliche Ansicht.

Schnüffeln senkt den Puls des Hundes

Das folgende Video von DogFieldStudy erklärt die Wirkung des Schnüffelns auf den Puls des Hundes. Bei der Studie wird klar, dass Hunde, die mehr Freiheit zum Schnüffeln haben, einen niedrigeren Puls aufzeigen und somit entspannter sind. Schnüffeln lastet deinen Hund auch emotional und mental aus.

Schnüffeln senkt den Puls deines Hundes. ©DogFieldStudy

Dummy oder Futterbeutel zur Beutejagd verwenden

Der Dummy oder Futterbeutel kann für mehrere Übungen fungieren. Er wird entweder beim Training des Apportierens verwendet oder als Suchspiel. Fülle den Futterbeutel mit einigen Futterstücken oder Leckerchen und verstecke ihn wie vorher beschrieben zwischen Gestrüpp, unter Büschen, aber auf jeden Fall so, dass ihn dein Hund erreichen kann. Als Belohnung darf er vom offenen Beutel etwas entnehmen, bevor du ihn wieder schließt und erneut versteckst oder wirfst.

2. Suchspiele mit Spielzeug bringen Spaß in den Spaziergang

Futterübungen sind toll, doch manche Hunde haben mehr Freude und Spaß am Spielzeug, wie zum Beispiel, den Ball, Knoten, Wurzeln, Dummys, etc. Diese kannst du auch als Belohnung und zur Ablenkung verwenden. Lass das Lieblingsspielzeug beim Spaziergang einfach mal plötzlich am Weg fallen und schau was passiert. Wenn dein Hund den Ball aufnimmt, lobe ihn in dem Moment, indem er die Bewegung ausführt, denn Hunde lernen in Bewegung. Sobald er verstanden hat, dass er Leckerlis bekommt, wenn er Dinge aufhebt oder findet, wird es immer spannender. Jetzt kannst du sein Lieblingsspielzeug verstecken, an Ästen aufhängen, ins Gebüsch setzen oder ins hohe Gras werfen.

3. Was ist Mantrailing? Verstecken, auf die Plätze, fertig, los!

Mantrailing oder die Fährtensuche von Personen ist der letzte Schrei unter Hundeliebhabern. Es kommt aus der Rettungshundearbeit, wobei der Hund eine versteckte Person finden muss. Das kannst du entweder professionell mit dem Rettungshunde Team Austria oder Bundesverband Rettungshunde Deutschland machen, oder auch schon bei eurem täglichen Spaziergang probieren.

Dazu solltest du zu zweit mit deinem Hund Gassi gehen, oder vielleicht sogar mit mehreren Personen und mehreren Hunden. Eine Person hält den Hund, solange die andere Person sich, für den Anfang in der Nähe, versteckt. Dabei berühre auch Äste, Gebüsch oder Mauern in Körperhöhe des Hundes. Diese Fährte wird er dann nutzen, um dich zu finden. Mit Mantrailing bzw. der Fährtensuche lastest du deinen Hund auch trotz Leine geistig aus. Beim ersten Training der Fährtensuche ist der Hund an einer langen Schleppleine, die der Besitzer führt und der Hund sucht normalerweise eine andere Person der Gruppe. Zumindest war das damals so, als wir mit unserem Wolfshund zum ersten Mal getrailed haben.

Eine andere Möglichkeit ist es, den Hund mit „Bleib“ warten zu lassen bis du dich hinter einem Baum versteckt hast und dann einen Pfeifton abgibst, der das Suchsignal symbolisiert. Wenn er dich dann freudig gefunden hat, gib ihm wieder zur Belohnung entweder Futter oder ein Spielzeug.

Teste die Aufmerksamkeit deines Hundes auf deine Bewegung

Gehst du mit deinem Hund ohne Leine im Wald spazieren, kannst du seine Aufmerksamkeit testen, indem du ganz plötzlich abbiegst. Schlage einen anderen Weg ein, oder gehe zurück. Dann warte kurz, ob dein Hund kommt. Natürlich darfst du deinen Hund nicht aus den Augen lassen oder zu weit weggehen. Es geht dabei nur darum, ob er deine Bewegung aufmerksam wahrnimmt. Dies kannst du mit ihm auch schon zu Hause mit dem Aufmerksamkeitstraining üben. Sollte er abschweifen, oder einfach weitergehen, pfeife, damit er weiß, dass du abgebogen bist. Er soll auch lernen, dass nicht alle Wege nach vorne und gerade verlaufen, sondern dass du auch vom Weg abkommst.

4. Denksport für deinen Hund, während dem Gassi gehen

Bei Denkspielen geht es um Kopfarbeit und nicht ausschließlich ums Schnüffeln. Damit dein strukturierter Hundespaziergang noch berauschender wird, kannst du Futter oder Spielzeug so platzieren, sodass der Suchgegenstand zwar sichtbar, aber nicht gleich erreichbar ist. Dein Hund muss also zuerst mal überlegen, wie er an das Futter oder den Ball rankommt. Vielleicht muss dein Hund erst einmal um einen großen Gegenstand herum gehen, oder darunter kriechen. Lege den Suchgegenstand zum Beispiel unter eine Bank, hinter einen Zaun, zwicke es zwischen zwei Ästen, in ein Loch, usw.

5. Balancieren, Springen und Kriechen

Jeder kennt das berühmte Agility. Dabei wird das Gleichgewichtsgefühl und die Geschicklichkeit deines Hundes auf die Probe gestellt. Aber dazu brauchst du nicht unbedingt einen Agility-Parkour. Lass deinen Hund über einen umgefallenen Baum springen, oder darunter kriechen, auf Mauern balancieren und auf Baumstümpfe verschiedene Positionen üben, wie Sitz, Platz, Drehen. Belohne deinen Hund steht’s bei solchen Übungen und vor allem motiviere ihn mit deiner Körpersprache, damit er merkt, dass es sich um aufregende Spiele handelt.

Baumstumpf-Springen als Agility. ©Tierexperte.info

6. Erkunde verschiedene Gelände und Untergründe

Viele Hunde lieben Wasser, aber auch wenn er sich nicht gern badet, heißt das nicht, dass sumpfige oder feuchte Gebiete langweilig sind. Gehe mit deinem Hund das Wasserufer entlang, oder gehe mit ihm im Bach der Strömung entlang. Dein Hund darf somit verschiedene Untergründe experimentieren, wie Steine, Sand, Wasser und Gestrüpp. Auch am Wasserufer oder sogar im Wasser kannst du das Futter oder Spielzeug werfen, sodass er es suchen muss. Manche Hunde holen gern Stöckchen aus dem Wasser, aber auch Trockenfutter-Fischen ist lustig. Schwimmen ist übrigens sehr gut für die Gelenke deines Hundes.

Gassigehen bei Gewässer sind reine Erlebnisspaziergänge, daher kann es sogar passieren, dass dein Hund gar nicht auf Futter oder Spielzeug reagiert, weil er schon sehr viele andere Stimuli wahrnimmt. Das ist kein Problem, sondern genau das, was wir erreichen wollen. Lass deinen Hund ruhig dieses Sinnesspektakel genießen. 

7. Apportieren während dem Gassi gehen

Apportieren beim Hundespaziergang ist eine große Leidenschaft vieler Hunde. Es soll aber nicht langweilig werden, indem man hundertmal hin und her wirft. Auch hier steht der Spaß und die Abwechslung an erster Stelle. Daher befördere das Apportieren auch an andere Orte, Geländer und auch ins Gewässer.

8. Buddeln statt ödes Gassi gehen

Gezieltes Buddeln ist eine Erweiterung der Futter- oder Beutesuche. Dein Hund soll warten oder z.B. „Sitz“ machen, solange du die Beute versteckst und eingräbst. Mach mehrere Löcher, damit dein Hund nicht auf Anhieb weiß, wo er suchen muss. (Im Park solltest du keine Löcher graben, im Wald ist das besser) Dann gib wieder das Suchsignal.

9. Ruhezeit in den Spaziergang einbauen

Beim Gassi gehen geht es nicht nur um Action, sondern auch um Ruhe und Beobachten. Baue deshalb einige Minuten Pause und Ruhephasen in den Hundespaziergang ein. Setze dich auf eine Parkbank, ins Gras, mach ein Picknick und beobachte gemeinsam mit deinem Hund das Geschehen. Übe in diesem Fall das Ablegen. Du kannst dich auch nach dem Hundespaziergang auf eine Terrasse setzen und euch sonnen lassen. Nutze den Moment für Streicheleinheiten und Liebkosung.

Zusammenfassung

  1. Verstecke Futterstücke: in Ritzen, Mauern, Löchern, im Blätterhaufen.
  2. Werfe Futter zum Suchen ins hohe Gras oder ins Wasser.
  3. Verwende Dummy oder Futterbeutel zur Beutejagd.
  4. Lass Spielzeug plötzlich fallen.
  5. Verstecke sein Spielzeug unter einer Bank, hinter einem Zaun, oder setze es auf einen Ast. Erfinde Such- und Denkspiele.
  6. Mantrailing oder Fährtensuche. Verstecke dich und mach dann einen Pfeifton.
  7. Übe die Aufmerksamkeit deines Hundes. Schau, ob er auf deine Bewegung achtet. Biege plötzlich ab und ändere die Richtung.
  8. Lass deinen Hund auf Bänke, Baumstämme, Stumpfe und niedrigen Mauern balancieren. 
  9. Übe Positionen, wie Sitz, Platz und Bleib auf Baumstumpf, Bank und anderen Untergründen.
  10. Wechsle das Gelände, geh zum See, Fluss, Bach.
  11. Erkunde verschiedene Untergründe, wie Sand, Stein, Gitter, raschelnde Blätter.
  12. Lass deinen Hund Trockenfutter-fischen.
  13. Gehe mit deinem Hund den Bach stromaufwärts.
  14. Apportieren am Ufer, im Gewässer, im Feld und im Park.
  15. Lass deinen Hund gezielt buddeln und Spielzeug oder Tannenzapfen finden.
  16. Plane Ruhephasen in den Spaziergang ein.
  17. Mach ein Picknick.
  18. Beobachte das Geschehen und die vorbeigehenden Menschen und Vögel.

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